| Treffen: | 17.01.2008 |
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| Status: | Beschlossen |
| Abstimmungsergebnis | Einstimmig mit 5 Stimmen |
| Korrekturlesung | Noch offen |
| Veröffentlicht | Noch offen |
Die Grüne Jugend Gelsenkirchen spricht sich eindeutig gegen die von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführten Kopfnoten 1)aus.
Da alle Lehrkräfte sich auf eine Note einigen müssen, kommt auf diese eine enorme zusätzliche Arbeitsbelastung zu. Dieser Mehraufwand entspricht, laut Berechnungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hochgerechnet theoretisch 1.100 Lehrerstellen in NRW. Um hier eine gemeinsame Notengebung zu erreichen, ist es Schulen sogar freigestellt worden, ganztägige Konferenzen anzuberaumen - Elternsprechtage hingegen waren vom Schulministerium vor kurzem noch aufgrund des Unterrichtsausfalls auf den Nachmittag verkürzt worden.
Um diese Bürokratie ein wenig aufzufangen, haben Schulen in NRW und auch in Gelsenkirchen sich auf einen Mittelweg geeinigt: Alle Schüler erhalten beispielsweise an der Gertrud Bäumler Realschule in Gelsenkirchen pauschal eine 2, wobei aber Abweichungen nach oben oder unten vorgesehen sind. Gymnasien in Düsseldorf hingegen haben ein „sehr gut“ als Basisnote.
Es ist zu bezweifeln, dass Lehrer überhaupt in der Lage sind, das wirkliche Sozialverhalten von Schülern zu bewerten, da dieses nicht nur in der Unterrichtszeit, sondern vor allem auch in Pausen sowie vor und nach der Schule zu tragen kommt. Schüler, die sich während des Unterrichtes vernünftig benehmen, aber in der Zwischenzeit ein unsoziales Verhalten an den Tag legen, werden so weitaus besser benotet, als es der Realität entspricht. EinE SchülerIn hingegen, die/der sich im Unterricht sozial für die Rechte ihrer/seiner Mitschüler einsetzt und auch gegen die Lehrer artikuliert, könnte so wegen schlechtem Betragen mundtot gemacht werden.
Im Kern bewerten die Kopfnoten auch eher die Leistungen der Eltern oder den familiären Hintergrund als den jeweiligen Jugendlichen. Schüler, die keine geregelten Tagesabläufe oder angebrachte Arbeitshaltung zuhause erlebt haben, werden so an den Pranger gestellt, anstatt ihnen eine entsprechende Förderung zukommen zulassen. Zudem halten wir Kopfnoten als Strafmaßnahme für pädagogisch nicht sinnvoll und unwirksam, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich die betreffenden Schüler von schlechten Kopfnoten in ihrem Sozialverhalten beeinflussen lassen.
Die Vergabe der Kopfnoten stempelt Jugendliche bis zum Ende ihres Berufslebens ab. Die subjektiven Noten auf dem Abschlusszeugnis werden für Personalchefs in Zukunft verstärkt zu einem Selektionskriterium - unabhängig von den Entwicklungen, die ein junger Mensch in den Jahren während und nach der Schule machen kann. Der Sinn von Schule sollte es primär sein, Jugendliche fachlich und sozial auf das Leben vorzubereiten, anstatt der Wirtschaft noch mehr Selektionsmuster zu Hand zu geben.
Anstelle der unpersönlichen, kaum aussagekräftigen, leicht missbrauchbaren Kopfnoten fordert die Grüne Jugend Gelsenkirchen, knappe Bemerkungen zu außerunterrichtlichem Engagement (etwa in AGen, in Nachhilfegruppen etc.) oder Ähnlichem auf Abschlusszeugnissen einzuführen. Zur gezielteren Förderung der Schüler sehen wir erweiterte Elternsprechtage (z.B. wieder ganztägig, effektiver, etc.), Klassenstunden und die Einführung der Einheitsschule als wesentliche Elemente an, um Rücksicht auf die Fähigkeiten des einzelnen Schülers nehmen zu können.